Kokosöl für weiße und gesunde Zähne ohne Karies

Ok, wir haben gelernt, dass Kokosöl unter anderem Schuppen entfernt, als Deodorant wirkt, vor Infektionen schützt, Zecken abhält und Falten vorbeugt. Aber kann man dieses Wunderöl auch für die Zähne verwenden?

Stoppt Kokosöl Karies? Färbt Kokosöl Zähne weiß?

Ja und Ja. Kokosöl hat seine Berechtigung als natürliches Mittel für die Zahnpflege.

Aber der Reihe nach. Was muss eine gute Zahnpflege überhaupt können? Und was sind Zahnerkrankungen, die wir mit Zahnpflege verhindern können?

Karies – Die häufigste Zahnerkrankung

Karies ist ja eine moderne Volkskrankheit, die vor allem aufgrund unserer zuckerhaltigen Ernährung unsere Zähne durchlöchert.

Weiße Zähne mit Kokosöl
Weiße Zähne mit Kokosöl

Auf Lateinisch bedeutet Karies soviel wie Morschheit oder Fäulnis, also ganz genau das, was mit unseren Zähnen bei Kariesbefall passier. Es ist eine bakterielle Krankheit. Der Befall mit diesen Bakterien lässt sich kaum vermeiden, so dass fast jeder Erwachsene an Karies leidet.

Durch den Verzehr von zuckerhaltigen Speisen, bildet sich auf den Zähnen ein Belag (Plaque). Die Bakterien in diesem Belag wandeln die Nahrung in Säuren um, die langsam den Zahnschmelz auflösen und den Zahn demineralisieren.

Die ersten Löcher im Zahnschmelz sind noch nicht schmerzhaft. Problematisch wird es, sobald das Zahnbein erreicht wird. Dann reagiert man empfindlich auf kalte und warme Reize. Wird von den Bakterien der innere Teil des Zahns die Zahn-Pulpa erreicht, werden die Schmerzen zu einer dauerhaften Angelegenheit. In diesem Fall ist meistens eine Wurzelkanal-Behandlung nicht mehr zu vermeiden.

Karies ist eine unangenehme Angelegenheit. Klar, dass man dieser Krankheit möglichst aus dem Weg will. Verhindern kann man Karies relativ leicht, durch eine gute Zahnhygiene:

Zwei Mal tägliches Zähneputzen und Reinigung der Zahnzwischenräume sollte selbstverständlich sein. Auch die Vermeidung von Zucker und kohlenhydrathaltigen Speisen verlangsamt die Entstehung von Karies. Eine gesunde Ernährung führt zu gesunden Zähnen.

Wie kann nun Kokosöl bei der Eindämmung von Karies helfen?

Kokosöl als Zahnpasta-Zusatz

Eine Studie des irischen Athlone Institute of Technology aus dem Jahr 2012 bestätigt, dass Kokosnussöl Bakterien abtöten kann, die für Karies verantwortlich sind.

“Digested coconut oil is able to attack the bacteria that cause tooth decay. It is a natural antibiotic that could be incorporated into commercial dental care products, say scientists.”

Verantwortlich für diesen Effekt sind die im Kokosnussöl enthaltenen Capryl- und Laurinsäuren. Wie Sie als aufmerksamer Leser vermutlich schon wissen, haben diese ja eine antibakterielle Wirkung, die auch bei anderen gesundheitlichen Anwendungsgebieten des Kokosöls ausgenützt wird.

Wie können Sie nun Kokosnussöl in der Zahnpflege einsetzten?

  1. Ölziehen mit Kokosöl

Ölziehen ist eine Praxis aus der Ayurveda-Bewegung. Dort werden hauptsächlich Sonnenblumen- und Olivenöle verwendet. Angeblich hat diese Praxis eine Reihe von positiven Effekten:

  • Stärkung der Zähne und des Zahnfleisches
  • Kariesvorbeugung
  • Bekämpfung von Mundgeruch
  • Gegenwirkung bei Mundtrockenheit
  • Wirkt gegen rissige Lippen

Das Prinzip dahinter ist, dass das Öl die Bakterien (anders als Wasser) bindet. Außerdem kann es auch in sehr erreichbare Mundstellen hingelangen. Die Bakterien werden also gelöst und am Ende des Ölziehens ausgespuckt.

Die Anwendung ist ebenfalls kinderleicht: Einfach einen Teelöffel Kokosöl in den Mund geben und den Mund spülen, indem Sie das Öl hin und her Pressen. Sobald das Öl auf Bakterien und Mikroben trifft, werden diese aufgesogen.

Ungefähr so wie Metall von einem starken Magneten angezogen wird. Auch die Bakterien die sich in Zwischenräumen, Poren und Spalten verstecken werden so aus Ihren Verstecken gesogen und in der Öllösung gehalten.

Das Öl muss ungefähr 20 Minuten im Mundraum zwischen den Zähnen hin- und hergespült werden. Danach wird das Öl ausgespuckt und der Mund mit Wasser ausgespült. Sie sehen: Der einzige Nachteil ist, dass diese Prozedur eine ziemlich langwierige Angelegenheit ist.

In der Ayurveda wird darauf hingewiesen, dass Sie das Öl auf keinen Fall schlucken dürfen, da ja die schädlichen Bakterien dort gebunden sind. Sollten Sie aber dennoch etwas Öl schlucken, machen Sie sich keine Sorgen. Ihre Magensäure wird sich um diese Bakterien kümmern.

Traditionell wird das Ölziehen mit Oliven- oder Sonnenblumenöl durchgeführt. Die Anwendung mit Kokosöl hat den Vorteil, dass dieses Öl auch eine antibakterielle Wirkung hat.

Bevor Sie mit dem Ölziehen beginnen, wollen wir Sie noch darauf hinweisen, dass es keine seriösen wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema gibt. Möglicherweise beruhen die Erfolge auf den Placeboeffekt.

Man weiß es (noch) nicht…

Grundsätzlich ist die Anwendung aber gesundheitlich unbedenklich. Wenn Sie offen für Methoden der alternativen Medizin sind, können Sie ohne Bedenken Ihre Zähne mittels Ölziehen pflegen. Aufs Zähneputzen sollten Sie aber trotzdem nicht vergessen. ??

Ein paar Hinweise noch bevor Sie Ihre Zähne mit Kokosnussöl Spülen

  • Nehmen Sie nicht zuviel Öl beim ersten Ölziehen in den Mund. Das Spülen mit Öl kann am Anfang etwas unangenehm sein.
  • Spülen Sie sanft. Falls Ihr Kiefer nach ein paar Minuten zum schmerzen anfängt, haben Sie wohl übertrieben.
  • Versuchen Sie das Öl nicht zu schlucken. Falls Ihnen das schwer fällt, haben Sie vermutlich zu viel Öl im Mund. Spucken Sie es aus und versuchen Sie es mit weniger.
  • Spucken Sie das Öl nicht in den Abfluss. Es könnte sich nämlich in der Leitung ansammeln und sie irgendwann verstopfen. Entsorgen Sie es daher in einem Abfalleimer.
  • Spülen Sie Ihren Mund gut aus, bevor Sie nach dem Ölspülen wieder etwas trinken.

2. Kokosöl als Zahnpastazusatz

Sie können ihre Zahnpaste mit etwas Kokosöl vermischen. Das wertet Ihre Zahnpasta deutlich auf.

Aber vielleicht wollen Sie sogar ganz auf Ihre herkömmliche Zahnpasta verzichten.

Warum sollte ich, denken Sie sich vermutlich?

Nun die meisten Zahnpastas enthalten Fluoride. Diese schützen zwar vor Karies, gelten jedoch als giftige Substanzen. Über die Gefahren von Fluoriden ist in den letzten Jahren eine hitzige Debatte entbrannt. Mehr dazu auf Spiegel.de

Fakt ist, dass Sie handelsübliche Zahnpasta niemals schlucken sollten.

Wenn Sie auf Zahnpaste mit Fluoriden verzichten wollen, können Sie sich als Alternative eine Kokosöl-Zahnpasta selber mischen. Als Nebeneffekt sparen Sie sich mit der selbstgemachten Zahnpasta auch viel Geld.

Die Zähne werden durch die antibakterielle Wirkung des Kokosöls geschützt.

  • 4-5 Esslöffel Bio-Kokosfett
  • 2-3 Esslöffel Natron
  • einige Tropfen Pfefferminzöl nach Geschmack
  • optional: wenige Tropfen Myrrhe Extrakt

Schmelzen Sie das Kokosfett und vermischen Sie dann alle Zutaten gut. Die Zahnpaste können Sie bei Zimmertemperatur lagern. Verwenden Sie eine Spachtel um die Zahnpasta auf Ihre Bürste aufzutragen. Dippen Sie mit der Zahnbürste besser nicht in die Pasta rein, da sich auf der Bürste viele Bakterien befinden.

Was sind ihre Erfahrungen mit Kokosöl als Zahnpflegemittel?

PS: Gehen Sie regelmäßig (2 Mal im Jahr) zum Zahnarzt. Sie wissen ja, Vorsorge ist besser als heilen.

Weitere gesundheitliche Anwendungsgebiete von Kokosöl